Am 22. Januar 1986 lud Gerhard Kind per Zeitungsartikel zur Gründung eines Vereins von astronomisch-naturwissenschaftlich Interessierten in die Gaststätte "Zum Mühlentor" ein. Am 25. September erfolgte die Eintragung ins Bad Kreuznacher Vereinsregister. Zielsetzung war: Errichtung und Betreibung einer Volkssternwarte in Bad Kreuznach.
Mit dem Wintersemester 86/87 veranstalteten wir zum ersten Mal Volkshochschulkurse mit dem Ziel, astronomisch interessierten Laien den Himmel näherzubringen.1987 konnten wir uns ein 20 cm-Spiegelteleskop leisten, das heute immer noch seine Dienste tut. Im Jahr 1989 konnte der Verein auf dem Kuhberg ein Gelände anmieten, auf dem die Volkssternwarte errichtet werden sollte.
1987 veranstalteten wir eine Astronomie-Ausstellung in der Sparkasse Bad Kreuznach unter dem Motto "Astronomie - Das Hobby für die Nacht". Wegen des sensationellen Erfolgs folgte 1993 eine weitere Ausstellung in der Römerhalle mit dem Thema "Galerie zum Universum - 450 Jahre Kopernikus".
Das Jahr 1995 war ein gewichtiger Meilenstein in der Vereinsgeschichte. Die bei der Vereinsgründung geplante Sternwarte ist in diesem Jahr in der ersten Baustufe verwirklicht worden. Am 11. Juli wurde sie dem Stadtvorstand, Vertretern der Fraktionen im Stadtrat, der Wirtschaft und unseren Sponsoren vorgestellt. Ihre eigentliche Bestimmung erfüllte sie zum ersten Mal am 2. September, zum Tag der offenen Tür. Unser Vereinsteleskop, ein Celestron C8, hatte nun erstmals eine ständige Bleibe gefunden.
Ein weiterer Punkt war der Bezug unseres Vereinsraumes in der Minick-Kaserne. Am 14. März tagte der Vorstand zum ersten Mal dort, zwei Wochen später fand die Jahreshauptversammlung in diesem Raum statt. 1996 war unser erstes kleines Jubiläum: Der Verein bestand seit zehn Jahren. Aus diesem Anlass feierten wir auf dem Vereinsgelände ein großes Fest mit einer abendlichen Diashow. Um auch außerhalb von Bad Kreuznach bekannt zu werden, veranstalteten wir in der Sparkasse Bingen Ende 1996 eine weitere Astronomie-Ausstellung.
Nach dem kurzen Gastspiel des Kometen "Hyakutake" im Frühjahr 1996 bescherte uns das Jahr 1997 den Jahrhundertkometen "Hale-Bopp", der bei seiner größten Annäherung an die Erde einige hundert Besucher auf die Sternwarte lockte. Ende April luden wir zum ersten monatlichen Beobachtungsabend mit einer Diashow als Einleitung. Diese Abende finden, verbunden mit einem astronomischen Vortrag, seitdem jeden letzten Freitag im Monat nach Einbruch der Dunkelheit statt.
Am 23./24. August konnten wir beim Sommerfest unser neues computergesteuertes Spiegelteleskop Meade 12" LX 200 einweihen. Dadurch war es möglich, unseren Gästen einen noch tieferen Blick in unser Universum zu bieten, wovon sich die über hundert Besucher auch anlässlich der letzten Mondfinsternis in diesem Jahrhundert überzeugen konnten. Mit dem Sommersemester 1997 erweiterten wir den VHS-Kurs Astronomie von sechs auf acht Abende. Außerdem bekamen wir nun endlich den langersehnten Stromanschluss für die Sternwarte, die nun noch effektiver betrieben werden konnte.
Auch 1998 wurden wieder gewaltige Fortschritte erzielt: Die Stadtverwaltung stellte auf Anfrage an mehreren Stellen in und um Bad Kreuznach Hinweisschilder zur Sternwarte auf, außerdem heißt der Weg dorthin nun offiziell "An der Sternwarte". Für das Projekt "Vortragsgebäude" wurde der Bauantrag genehmigt, die Finanzierung über einen Kredit der Sparkasse Rhein-Nahe gesichert und mit den Bauarbeiten begonnen. Des weiteren waren wir von der Minick-Kaserne umgezogen zu unserem ehemaligen Mitglied Ulrich Praetorius, bis das Vortragsgebäude fertiggestellt war. Zusätzlich errichteten wir ein weiteres Sternwartengebäude für die Astrofotografie.
1999 war das Sternwartengelände eine Baustelle: Das ganze Jahr über wurde betoniert, gemauert, gehämmert, gesägt und gebohrt. Nun war es fast vollendet, unser neues Vortragsgebäude. Zum ersten Mal konnte der Volkshochschulkurs hier stattfinden, und die abendlichen Treffen finden von nun an nur noch hier statt. Der Verein bekam außerdem einen Telefonanschluss und einen modernen PC mit Internetanschluss gespendet. Zur Sonnenfinsternis am 11. August kamen trotz schlechtem Wetter viele Besucher. Abends fand im neuen Gebäude erstmals eine Vereinssitzung statt.
Am 14. Mai 2000 veranstalteten wir in Zusammenarbeit mit dem Cinemagic Bad Kreuznach eine Matinee zum Film "Mission to Mars". Der Innenausbau unseres Vortragsgebäudes schritt voran, so dass wir am 4. Oktober unsere erste Vereinssitzung im fertiggestellten Vereinsraum, der an den Vortragsraum angegliedert ist, halten konnten. Unser Mitglied Hans Hagenbuchner fertigte einen schönen Grundstein an, der nun den Eingang des Gebäudes ziert.
In diesem Jahr startete auch unser "Projekt Europa", das in Zusammenarbeit mit den Schulen und den Bad Kreuznacher Stadtwerken neue Einblicke in die geheimnisvolle Welt des Jupitermondes Europa geben soll.
Am 1. November war schließlich auch die zweite Sternwarte einsatzbereit. Als krönender Abschluss eines überaus erfolgreichen Jahres bekamen wir vom Kreis und den Stadtwerken Bad Kreuznach einen H-Alpha-Filter gespendet. Nun können wir auch die spektakulären Vorgänge auf der Sonnenoberfläche sowie die Protuberanzen beobachten.
Nach den großen Anstrengungen um die Jahrtausendwende gingen wir die folgenden Jahre etwas ruhiger an und stellten nach und nach die noch ausstehenden Arbeiten am Vereinsgebäude fertig. Neben dem zweiten Sternwartengebäude entstand noch eine dritte Beobachtungsstation samt einem Zwischenraum, der vor allem in den Wintermonaten von den Mitgliedern gerne zum Aufwärmen genutzt wird. Alle Gebäude wurden schließlich verputzt, und auch das durch die Bauarbeiten arg in Mitleidenschaft gezogene Gelände wurde wieder hergerichtet.
Am 7. Mai 2003 fand einer der seltenen Durchgänge des Planeten Merkur vor der Sonnenscheibe statt, welcher bei gutem Wetter von vielen Gästen beobachtet werden konnte. Am 8. Juni 2004 war es der zweite innere Planet, die Venus, welche ebenfalls vor der Sonne vorbeiwanderte und mehr als 130 Besucher, begleitet von einem Fernsehteam des SWR, auf die Sternwarte lockte. Nur eine Woche später wurde der Planetenweg von der Roseninsel entlang der Nahe nach Bad Münster am Stein eingeweiht. Am 11. August begleitete uns der SWR abermals bei der Beobachtung des Meteorstroms der Perseiden, am 18. August bekamen wir von Markus Ludes unseren neuen 8" TMB-Refraktor, welcher fortan als kontrastscharfes Beobachtungsinstrument von Sonne, Mond und Planeten dienen sollte. Am 18. September 2004 erlebte die Sternwarte zur "Langen Nacht der Sterne" einen nie gekannten Besucherandrang, fast 450 Besucher waren dem Aufruf der Medien gefolgt und brachten die Mitglieder an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit.
Im Jahr 2005 wurden die Veranstaltungen auf der Sternwarte oft durch schlechtes Wetter gestört, jedoch unternahmen die Sternfreunde mehrere Ausflüge, u. a. zur Landessternwarte nach Heidelberg, zum Astronauten-Trainingzentrum der ESA nach Köln-Porz, und zur "MS Einstein", die im Hafen von Bingen vor Anker lag. 2006 bescherte dem Verein wieder ein Jubiläum, zum 20-jährigen Bestehen veranstaltete die Sternwarte ein "Astronomisches Konzert" im Haus des Gastes, welches vor fast ausverkauftem Saal eine gelungene Verbindung von astronomischen Aufnahmen, Musikeinspielungen sowie Live-Musik und -Gesang bot. Im darauffolgenden Jahr veranstaltete der Verein zwei weitere Konzerte dieser Art in Kirn
und in Bad Kreuznach. Zum ersten Mal fand auch ein "Adventskonzert" mit vorweihnachtlicher Musik und Berichten rund um den Stern in Bethlehem in Horrweiler statt.
Dem Verein gelang es, eine größere Summe an Spendengeldern zu aquirieren, davon sollte eine neue Montierung angeschafft werden. Auch standen wieder Bauarbeiten auf der Sternwarte an, im Vereinsraum wurde eine zweite Ebene eingebaut, welche fortan unsere Vereinsbibliothek aufnimmt, und zwischen den Sternwartengebäuden wurde eine Beobachtungsterrasse errichtet. Der Astronomie- und Raumfahrttag am 6. Oktober 2007 sowie das Adventskonzert in Hackenheim am 23. Dezember lockten wieder zahlreiche Gäste an, und am 14. November 2007 wurde die neue Jugendgruppe des Vereins gegründet. Nachdem die Mitglieder bei den Astronomietagen schon seit einiger Zeit kleine Modellraketen starten, beschlossen einige Mitglieder, einen Lehrgang für den "T2-Schein" zu absolvieren, um auch große Raketen bauen und selbst starten zu können.
2009 war das von der UNESCO ausgerufene Internationale Jahr der Astronomie, zu dem sich auch die Sternwarte mit vielen Sonderveranstaltungen beteiligte. Der Astronomietag bescherte der Sternwarte über 200 Besucher, mehrere Veranstaltungen im Museum für PuppentheaterKultur, auf der Roseninsel, der Kinderkulturtag im Schlosspark von Bad Kreuznach, ein astronomisches Adventskonzert in Sprendlingen sowie unser astronomisches Konzert "Sphären" in der Pauluskirche in Bad Kreuznach als Höhepunkt des Jahres
brachten dem Verein viele Besucher und ein großes Medienecho ein. Vor dem Vereinsgebäude entstand Ende des Jahres eine gepflasterte Terrasse, und für die geplante Aufstellung eines 3 m-Radioteleskops wurde ein Platz ausgesucht.
Auch im Jahr 2010 veranstaltete die Sternwarte wieder zwei Ausstellungen im PuK sowie im Haus des Gastes. Mit dem Kinderkulturtag, den Veranstaltungen im PuK sowie einem Bastelnachmittag des Landesfilmdienstes und mehreren Ferienveranstaltungen für Kinder und Jugendliche aus den umliegenden Verbandsgemeinden verstärkte die Sternwarte ihre Jugendarbeit, ein gemeinsamer Ausflug ins Planetarium Mannheim, an dem über 50 Interessierte teilnahmen, ließen das Jahr ausklingen. Nun steht unser 25-jähriges Vereinsjubiläum an, welches wir mit weiteren Aktionen, wie unseren "Sternpatenschaften", der Inbetriebnahme unseres Radioteleskops sowie einer großen Jubiläumsveranstaltung an zwei Wochenenden Ende August und Anfang September 2011 feiern möchten.